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Im Jahr 1999 hat die Stadt Rottweil einen Briefkasten aufgestellt, der am 31. Dezember 1999 luftdicht verschweißt in den Untergrund gelassen wurde. Er soll am 31.12.2099 geöffnet und die Briefe an die Adressaten ausgehändigt werden.

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2100

  


Mit diesem Text ging das Projekt im September 1999 an die Öffentlichkeit:

Schreiben Sie einen Brief, der erst in 100 Jahren geöffnet wird. Den Adressaten bestimmen Sie selbst.
Wir haben in Rottweil einen Briefkasten eingerichtet, in den jede/r einen Brief deponieren kann, unter Verschluß, 100 Jahre lang.
Sie haben damit die einmalige Gelegenheit sich in einer Zukunft zu äußern, die wir alle nicht mehr erleben werden.

Wir erwarten sehr viele Briefe. Nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt. Wir nutzen bestehende Netzwerke, um das Unternehmen publik zu machen. Daran können Sie sich gerne beteiligen. Ein Anruf genügt und wir schicken Ihnen entsprechendes Informationsmaterial zu. Die postbox wird auch im Internet publik gemacht.

Die Adresse lautet:
millenium-postbox.de

Was schreiben, und an wen?
Was könnte Menschen in 100 Jahren interessieren? Etwas, das in keinem Geschichtsbuch steht, etwas, das in keinem Roman zu finden ist, in keinem Brief, normalerweise. Was möchten Sie zukünftigen Generationen mitteilen, Ihren engsten Angehörigen, Ihren Enkeln und Urenkeln, Ihrem Verein, Ihrer Firma oder der allgemeinen Öffentlichkeit? Denken Sie 100 Jahre zurück, an Ihre Urgroßeltern oder Ururgroßeltern. Ist da nicht einiges, was Sie interessiert, an ihrem Leben, ihrem Alltag, ihrer Arbeit, ihren Hoffnungen, ihren Sorgen, ihren Zukunftssorgen vielleicht? Genau das und noch viel mehr können Sie einer zukünftigen Generation mitteilen.
Wir haben Ihnen ein paar mögliche Adressaten genannt, sicher fallen Ihnen noch viel mehr Möglichkeiten ein, einen Empfänger zu bestimmen.

Und so funktioniert es:
Zum Mitmachen müssen Sie ein paar Regeln einhalten. Grundsätzlich nehmen wir nur Briefe mit Papierinhalt an. Also keine Metallgegenstände, elektronische Datenträger oder andere, die nicht aus Papier sind. Briefe mit verdächtigem Inhalt werden grundsätzlich nicht angenommen. Fotos sind erlaubt. Verwenden Sie nach Möglichkeit säurefreies Papier (z.B. kein Umweltschutzpapier). Tintenstrahldrucker sind weniger geeignet als Laserkopien (oder Fotokopien), handgeschriebene Briefe mit Tinte oder Kugelschreiber sind vermutlich am haltbarsten.
Der Briefumschlag darf nicht größer als DIN A5 sein, nicht dicker als 1/2 cm und nicht schwerer als 100g.
Geben Sie auf dem Umschlag einen Adressaten an, schreiben Sie außerdem Ihren Absender darauf. Beim Absender ist es sinnvoll, daß Sie angeben, wo und wann Sie geboren sind, die Namen Ihrer Kinder, Enkelkinder und deren Ehegatten mit Namen. Weitergehende Angaben zu Ihrer Person können Sie in dem Brief beifügen. Diesen Brief  geben Sie bei uns ab oder schicken Sie an unsere Adresse.
Wenn Sie wünschen, schicken wir Ihnen gerne eine Empfangsbestätigung. Dann können Sie das Wissen über Ihre Teilnahme an zukünftige Generationen weitergeben und Ihre Teilnahme gerät nicht in Vergessenheit. Schicken Sie uns einen an Sie selbst adressierten Briefumschlag. Machen sie den Umschlag mit 1,10 DM Porto frei.
Übrigens: mit der Abgabe des Briefes an uns geht dieser in unser Eigentum über. Wir möchten verhindern, daß sich aus der Teilnahme irgendwelche Rechtsansprüche ergeben. Ein einmal bei uns abgegebener Brief hat unwiederbringlich die Reise ins nächste Jahrhundert angetreten.

Elektronische Post?
e-mails sind zugelassen. Die Texte werden von uns ausgedruckt und (ungelesen) mitgeschickt.

Was passiert mit meinem Brief?
Die eingegangenen Briefe werden unter Verschluß gehalten. Wir garantieren dafür, daß niemand Unbefugtes zu den Briefen Zugang hat.
An Silvester 1999 kommen alle eingegangenen Briefe in einen großen Behälter aus Edelstahl. Dieser Behälter wird verschweißt und mitten in der historischen Innenstadt von Rottweil in den Boden gelassen. An dieser Stelle wird nachher eine Gedenkplatte installiert.
Wir fügen dem Behälter zu den Briefen noch Dokumentationsmaterial bei, welches über das Projekt und seine Geschichte informiert.

Was wird mit den Briefen in 100 Jahren passieren?
Wenn Sie einen eindeutigen Adressaten genannt haben, so ist davon auszugehen, daß die Person (die ja noch geboren werden muß)  den Brief auch erhalten wird. Ist der Adressat nicht eindeutig oder überhaupt nicht zu ermitteln oder Sie haben keinen Adressaten genannt, so müssen Sie davon ausgehen, daß Ihr Brief öffentlich wird oder gar veröffentlicht wird. Aber das kann Ihnen ja eigentlich egal sein, oder nicht?

Adressatenvorschläge:

Familie: Enkel, Urenkel, Ururenkel, Nichten, Neffen und deren Kinder, andere Verwandte in der zweiten Generation nach mir
Institutionen: kirchliche oder religiöse Gruppen, Vereine, Parteien, Gemeinde, staatliche Institutionen, Personen in bestimmten Funktionen
Allgemeine Öffentlichkeit: der Brief ist an keine spezielle Person gerichtet, im Jahr 2100 ist er zur Veröffentlichung frei
Gedachtes Gegenüber: Kollegen in gleicher oder vergleichbarer Funktion, Kinder schreiben Kindern, Schüler schreiben Schülern etc.
Konkrete Personen: Würdenträger oder Mandatsträger in Verwaltung, Kirche und sonstigen öffentlichen Institutionen.